Beni Malgiaritta
Was ist deine Lieblingsstrecke beim Nationalpark Bike-Marathon und wieso?
Es ist für mich extrem schwierig, eine einzige Lieblingsstrecke zu bestimmen, da die gesamte Region rund um den Nationalpark schlicht sensationell schön ist.
Wenn ich mich aber entscheiden muss, dann ist es die Passage durch die Val Mora bis hinauf zum Alpisella. Die Natur dort ist fantastisch, ursprünglich und beeindruckend. Die Landschaft wirkt fast unberührt, und die Trails sind unglaublich vielfältig und flowig, technisch, verspielt. Für mich ist das landschaftlich und fahrerisch kaum zu überbieten.
Wie sieht deine optimale Rennvorbereitung für den NBM aus?
Meine optimale Vorbereitung bedeutet vor allem, möglichst gut trainiert und mit einem sicheren Gefühl am Start zu stehen. Ich möchte wissen, dass ich alles investiert habe, was möglich war.
Am Vortag achte ich bewusst darauf, genügend zu essen und zu trinken, damit meine Kohlenhydratspeicher gut gefüllt sind. Gleichzeitig versuche ich, ruhig zu bleiben, nicht zu viel zu überlegen und mich mental auf das Rennen einzustimmen.
Welcher Abschnitt ist für dich etwas ganz Besonderes – und warum?
Wahrscheinlich ist es der Chaschauna. Schon vor dem Start weiss man: Dieser Anstieg bis zur Passhöhe wird wehtun. Er ist lang, fordernd und ehrlich, man muss leiden.
Spannend ist aber, dass alle immer von diesem Abschnitt sprechen. Er verbindet irgendwie alle Fahrer, jeder hat dort seine eigene Geschichte.
Ein ganz besonderer Moment ist auch die Durchfahrt in Guarda. Wenn die Kinder mit Glocken am Streckenrand stehen und uns Fahrer anfeuern, bekommt man trotz Erschöpfung nochmals richtig Gänsehaut.
Welche Trainingsstrecke in der Region würdest du empfehlen, abgesehen von der NBM-Strecke?
Sehr gerne fahre ich den Auf- und Abstieg des Passo Gallo. Die Landschaft ist wunderschön und die Strecke bietet fahrtechnisch alles, was das Bikerherz begehrt.
Auch die Valbella Richtung Ofenpass ist landschaftlich ein Traum. Ein absolutes Highlight ist für mich zudem die historische Strecke vom Umbrailpass Richtung Bocchetta di Forcola, mit den eindrücklichen Serpentinen hinunter zum Lago San Giacomo. Diese Kombination aus Geschichte, Panorama und Trail macht die Region einzigartig.
Beni's Erfahrungen am Capoliveri Legend Cup 2026
Die Capoliveri Legend Cup 2026 war für mich zusammen mit einem Freund ein echtes Highlight und gleichzeitig eines der härtesten Rennen, das ich bisher gefahren bin. Auf der traumhaften Insel Elba durfte ich bei einem UCI-Weltcuprennen mit einem extrem starken Teilnehmerfeld an den Start gehen.
Mit der Startnummer 734 stand ich ziemlich weit hinten im Feld, was sich vor allem auf den vielen Singletrails bemerkbar machte. Überholen war oft kaum möglich. Trotzdem glaube ich nicht, dass dies das Resultat entscheidend verändert hätte, denn das Niveau im Feld war enorm hoch.
Die Strecke hatte es in sich: 72 Kilometer mit rund 2600 Höhenmetern, dazu extrem steile Anstiege und technisch anspruchsvolle Downhills. Das Rennen hat mich körperlich komplett ans Limit gebracht. Umso zufriedener bin ich, dass ich nach 4 Stunden und 48 Minuten ins Ziel fahren konnte und mich dabei insgesamt recht gut gefühlt habe.
Im Grossen und Ganzen war es ein unglaublich hartes, aber auch sehr wertvolles Rennen für die Vorbereitung auf die kommenden Wettkämpfe. Und eines steht fest: Elba ist einfach eine sensationell schöne Insel zum Mountainbiken.
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